Gegen Finnland gelang der deutschen Fünfzehn in Heidelberg ein 68:0-Sieg mit zwölf Versuchen
Am Freitagnachmittag beobachtete Baden-Württembergs Landestrainer Jan Ceselka im Landesleistungszentrum das Training der finnischen Frauenrugby-Nationalmannschaft. „Morgen gewinnt Deutschland mit 35 Punkten Vorsprung“, wagte der Heidelberger Experte eine kühne Prognose. Ceselka irrte sich. Deutschlands Rugby-Frauen gewannen ihr erstes Spiel in der Europameisterschafts-Division 2 (Trophy) mit 68:0 (29:0) Punkten und sind damit vom Aufstieg in die Division 1 nur noch ein Sieg entfernt. Am 4. April treffen Schweden und Deutschland, die beiden ungeschlagenen Teams, in Trelleborg aufeinander. Der Sieger steigt auf.
Deutschland ist mit fünf Wertpunkten alleiniger Tabellenführer, weil gegen die zwar kampfstarken und nie aufgebenden, aber ungefährlichen Finninnen zwölf Versuche gelangen und somit der offensive Bonuspunkt eingesammelt wurde. Schweden hat in Finnland nur mit 18:7 gewonnen und keinen Bonuspunkt erhalten. Es verbietet sich allerdings, aus den Spielergebnissen eine Favoritenrolle für die Schützlinge von Nationaltrainer Pierre Mathurin (Heidelberg) abzuleiten, der von seinen Kollegen Curtis Bradford, Andrew Reintges und Te Ira Davison gut unterstützt wurde und sich lobend äußerte.

„Wir können mit der Leistung der Mannschaft sehr zufrieden sein. Die Mädels konnten zeigen, was sie draufhaben und was eine gute Vorbereitung ausmacht. Das Ergebnis davon war klar zu sehen. Das Team hat seit November eine tolle Entwicklung gemacht“, sagte Mathurin, der besonders mit dem akkuraten Spiel an den Gassen, die bei hoher Überlegenheit viele Ballgewinne brachten, und mit dem flüssigen, schnellen Angriffsspiel der läuferisch besseren Dreiviertelreihe sehr zufrieden sein. Außerdem klappte die Verteidigung tadellos, denn die belgische Oberaufseherin Véronique Fourmy durfte nicht einen einzigen finnischen Versuch in die Zentrale von Rugby Europe nach Paris melden.
Einziger Kritikpunkt an einem schönen und die 900 Rugby-Fans begeisternden Spiel waren die hohe Anzahl von acht plus vier Straftritten, die die exzellente georgische Schiedsrichterin Mariam Gorguadze wegen Verstößen am offenen Gedränge und wegen Bodenspiels in den beiden Halbzeiten gegen die deutsche Mannschaft verhängen musste. Gegen einen stärkeren und mit einer guten Kickerin gesegneten Gegner kann das zum Spielverlust führen. Finnland hatte keine sichere Kickerin dabei und setzte den Ball deshalb nie auf das Hütchen, um Straftritt-Punkte zu erzielen.
Unter den Zuschauern, die sich an zwölf brillant herausgespielten deutschen Versuchen erfreuten, waren übrigens Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner, Sportkreis-Vorsitzender Peter Schlör und Gerhard Schubert aus Leipzig. Der Rekord-Nationalspieler der ehemaligen DDR feuerte seine Enkelin Paula Schult an, die neben Johanna Hacker, Sofie Fella und Spielführerin Mette Zimmat in einer Mannschaft ohne Schwachpunkt zu den Besten zählte.
Deutschland: M. Bechtel – Fella (59. Gruber), Schult, Zimmat (Kapitän), J. Hacker – Bürger, Malaizier (53. Tauschek) – Weigel (70. Trauth), Gossmann (56. Hinterding), Trauth (50. Abdelkarim) – Vieth, Lauter (50. Seifert) – Fouquet (47. Paul), Rickel (47. Bergemann), Bier (47. Patterson).
Schiedsrichterin: Gorguadze (Georgien); Seitenrichterinnen: Callaghan und Brakemeier (Deutschland); Match Commissioner: Fourmy (Belgien); Zuschauer: 900; Punkte: 12 Versuche durch Hacker 4, Schult 3, Zimmat 2, Fella, Trauth und Hinterding; 4 Erhöhungen durch Malaizier 3 und Bechtel.
[ Text: CPB – Foto: F&S ]




