Die Geschichte des Rugbysports in Deutschland ist untrennbar mit Baden-Württemberg verbunden. Von den ersten studentischen Begegnungen im 19. Jahrhundert bis zum modernen Leistungszentrum von heute – der Rugby-Verband Baden-Württemberg (RBW) ist das Herzstück des deutschen Rugbys.
Die Anfänge: Britischer Import & Heidelberger Wurzeln
Bereits 1868 brachten Studenten den „Rugby Football“ aus England und Amerika nach Heidelberg und Stuttgart. Was mit saisonalen Spielen englischer Klubs begann, führte 1872 zur Gründung des Heidelberger Flaggenclubs (heute Heidelberger Ruderklub).
Ein besonderer Meilenstein war das Jahr 1875: Das erste Spiel deutscher gegen englische Studenten wurde im Magazin The Field dokumentiert. Unter den Spielern fanden sich klangvolle Namen wie Carl Clemm (Mitbegründer der BASF) oder der spätere Heidelberger Oberbürgermeister Ernst Walz.
Goldene Jahre und Verbandsgründung
Heidelberg entwickelte sich schnell zum Zentrum des Sports.
- 1898: Der erste Deutsche Rugby-Tag findet in Heidelberg statt.
- 1900: Gründung des Deutschen Rugby Fußball Verbandes (DRFV).
- 1909: Gründung des Süddeutschen Rugby-Verbandes in Stuttgart.
- 1927: Das erste Länderspiel einer deutschen Nationalmannschaft findet in Paris statt – unter starker Beteiligung badischer Spieler (HRK und RGH).
Neuanfang und Wachstum nach dem Krieg
Nach der Neugründung des Badischen Rugby-Verbandes (BRV) im Jahr 1952 unter Willi Offenbach erlebte der Sport eine neue Blütezeit. 1973 erfolgte die Umbenennung in den heutigen Rugby-Verband Baden-Württemberg e.V. (RBW).
In dieser Ära festigten die Vereine aus der Region ihre Dominanz: Der SC Neuenheim, der TSV Handschuhsheim, die RG Heidelberg und der Heidelberger RK sammelten nationale Titel in Serie. Ein besonderes Highlight war die Einführung des Frauenrugbys 1977 (SC Neuenheim gegen RG Heidelberg auf dem Neckarfeld des TSV Handschuhsheim) – ein Pionierschritt für den deutschen Sport.
Moderne Ära: Professionalisierung & Olympia
Heute ist der RBW ein moderner Spitzenverband. Mit dem Fritz-Grunebaum-Sportpark (eingeweiht 1996) verfügt der Verband über eine erstklassige Arena und ein Landesleistungszentrum.
- Seit 1986: Claus-Peter Bach führt den Verband mit Kontinuität und Vision.
- 2013: Gründung des Bundesstützpunkts für das olympische Siebenerrugby in Heidelberg.
Chronik der Meilensteine (Auszug)
| Jahr | Ereignis |
| 1872 | Gründung des Heidelberger Flaggenclubs (heute HRK) |
| 1900 | Gründung des Deutschen Rugby-Verbandes (DRV) |
| 1927 | Erstes Länderspiel mit Heidelberger Beteiligung |
| 1952 | Gründung des Badischen Rugby-Verbandes (Vorläufer des RBW) |
| 1977 | Erstes offizielles Frauenrugbyspiel in Baden-Württemberg |
| 1996 | Eröffnung des Fritz-Grunebaum-Sportparks |
| 1997 | Eröffnung des Deutschen Rugby-Sportmuseums in Heidelberg |
| 2013 | Heidelberg wird Bundesstützpunkt für Siebenerrugby |
Unsere Vorsitzenden (Tradition der Führung)
Willi Offenbach + (Ballspielclub Heidelberg), 1952 – 1962
Franz Hack + (Sportclub Neuenheim 02), 1962 – 1970
Karl Lachat + (Heidelberger Ruderklub), 1970 – 1972
Hans Baumgärtner + (Sportclub Neuenheim 02), 1972 – 1975
Rolf Bauer (Heidelberger Turnverein), 1975 – 1977
Heinz Reutlinger (TSV Handschuhsheim), 1977 – 1980
Gerd Götz + (Sportclub Neuenheim 02), 1980 – 1986
Claus-Peter Bach (Sportclub Neuenheim 02), 1986 – heute
